Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser ?

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser ?

Hans Strobl-Aloni und Sabina Müller teilen Sichtweisen über das Vertrauen im kollektiven Bewusstsein.
Veröffentlicht am 05. April 2020

„Die direkte Kontrolle ist nur für 2 Prozent der Arbeitnehmer entscheidend dafür, wie schnell sie arbeiten. Chefs sorgen insbesondere dann für mehr Zufriedenheit und damit Produktivität, wenn sie selber vertrauenswürdig sind und sich wertschätzend gegenüber ihren Mitarbeitern verhalten.“

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? In nur 3 Schritten zur vertrauensvollen Leader*in!

Wie siehst du das? Stimmt dieser Spruch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ für dich?
Es ist ein nicht nur weit verbreitetes Sprichwort, wir würden sogar meinen es ist über die letzten Jahrzehnte zu einem kollektiven Bewusstsein mutiert, welches das Leben vieler schwerer und enger macht. Welcher ist der beste Weg damit umzugehen? Gibt es einen solchen überhaupt? Wir schenken dir hier ein paar Perspektiven.

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Wir brauchen nur in unsere eigenen Unternehmen blicken und die Entwicklung von überbordenden Key Performance Indicator Systemen, ausgeklügelter Trackingsoftware, rigiden Prozessabläufen uvm. blicken. Dienen diese Systeme der Effizienz, der besseren Steuerbarkeit? Oftmals schon. Dienen sie dem Wachstum der Mitarbeiter, der Kreativität, der menschlichen Verbundenheit? Meist leider nicht.

Es sind hier aber weniger die Systeme, sondern vielmehr der Umgang der Menschen damit. Sie sind grundsätzlich Werkzeuge, die unser Leben effektiver und effizienter gestalten können. Heutzutage werden sie jedoch manchmal mit mangelndem Vertrauen der Leader*innen oder gar fehlender Menschlichkeit gleichgesetzt.

Beide Zugänge sind nicht frei. Lasst uns in den nächsten Zeilen einen möglichen Weg in einen befreiten und menschenfreundlichen Zugang aufzeigen.

Deine Grundsatzentscheidung

Als Leader*in darfst du eine Grundsatzentscheidung treffen. Nämlich jene, ob du in dir – und somit auch in deinem Team – Angst als treibender Kraft Raum schenken möchtest, oder simpel der Liebe. Deine Angst wünscht sich Kontrolle, um vermeintliche Sicherheit im außen zu erfahren. Deine Liebe setzt auf Vertrauen und schenkt dir selbst und den Menschen in deinem Umfeld Freiheit und Möglichkeiten sich zu entfalten und zu wachsen.

Diese Entscheidung hat eine Tragweite, die unser limitierter Verstand nicht zu erfassen vermag. Unser Wesenskern kann diese „erfühlen“ und wird uns sowohl durch unser Körpergefühl, als auch über unsere emotionale Wahrnehmung Antworten liefern.

Falls du also für dich diese Entscheidung treffen möchtest, lass dein ganzes Sein darüber entscheiden und nicht „nur“ deinen Kopf. Viele werden es dir danken.

Um deine Entscheidung – wie auch immer sie auch ausgegangen wäre – auch vollumfänglich und befreit leben zu können, bedarf es jedoch einer Voraussetzung.

Die Voraussetzung für Vertrauen oder Kontrolle

Die Lösung dafür, dass du deine Entscheidung aus einem inneren Zustand der Befreiung leben kannst, ist folgender: Wertfreiheit. Vertrauen und Kontrolle ist ein Gegensatzpaar, sie repräsentieren die jeweils andere Seite derselben Medaille. Beide dürfen als neutrale Erfahrungsmöglichkeiten betrachtet werden. Solange du auch nur einen der folgenden zwei Sätze in dir als Glaubenssatz trägst, bist du an einem Pol angehaftet und deshalb in diesem Kontext noch nicht ganz befreit:
1. Kontrolle ist besser als Vertrauen.
2. Vertrauen ist besser als Kontrolle.
 
Sobald du dir erlaubst folgendes als deine Wahrheit anzuerkennen, befreist du dich im selben Augenblick von der Wertung und kannst dich befreit für das entscheiden, was sich im Moment richtig für dich anfühlt:
 
Kontrolle ist gleich gut wie Vertrauen.

Vertrauen führt bewiesen zu besseren Ergebnissen

Nun ist natürlich die Frage berechtigt, was wirkt sich besser auf unsere Ergebnisse aus? Viele Institute und Universitäten haben nach der Frage geforscht ob Systeme und/oder Beziehungen die auf Vertrauen oder Kontrolle setzen besser performen. Lasst uns hier nur einen kleinen Auszug aus Studien präsentieren:

„Die direkte Kontrolle ist nur für 2 Prozent der Arbeitnehmer entscheidend dafür, wie schnell sie arbeiten. Chefs sorgen insbesondere dann für mehr Zufriedenheit und damit Produktivität, wenn sie selber vertrauenswürdig sind und sich wertschätzend gegenüber ihren Mitarbeitern verhalten.“

Prof. Dr. Dominik H. Enste
Leiter des Kompetenzfelds Verhaltensökonomik und Wirtschaftsethik
Quelle

„Die meisten Menschen tun mehr, als sie müssten – es sei denn, sie werden bei ihrer Arbeit kontrolliert. Dann gehen Motivation und Leistung in den Keller.“

Aus: Distrust – The hidden cost of control von Prof. Dr. Armin Falk
Universität Bonn / Institut zur Zukunft der Arbeit
Quelle

„Die Bedeutung von Vertrauen für den Erfolg einer Allianz ist klar bestätigt worden.“

Financial Times
Mastering: Strategie.: Das gesammelte Know-how der weltweit führenden Business-Schools
Quelle

In 3 Schritten zur vertrauensvollen Führungskraft

1. Trauen: Mut für Verbindung aufbringen

Sich etwas trauen bedeutet, Mut aufzubringen um etwas zu tun, wovor wir Angst oder zumindest Respekt haben. Diese Überwindung einer inneren Blockade lässt dich bereits wunderbar wachsen und du kannst es als den Ausgangspunkt für deinen Weg zu einer vertrauensvollen Führungskraft sehen.

In diesem Fall bedeutet es mit einem Menschen auf eine Art und Weise in Verbindung zu gehen, die Kontrolle deinerseits zumindest einmal gefühlt weniger wichtig macht. Und menschliche Verbindung entspringt dem Herzen. Wir sprechen hier also nicht von einer kognitiven Zweckbeziehung.

2. Vertrauen: Verbindung zulassen

Aufbauend auf „Trauen“ kannst du nun den nächsten Schritt ins Vertrauen gehen. Hier beginnst du dich darauf vermehrt zu verlassen, dass deine Mitarbeiter beispielsweise die Dinge richtig tun.

Aber Achtung, hier liegt ein Stolperstein auf dem Weg dem wir unbedingt Beachtung schenken dürfen. Du wirst womöglich ein anderes Bild davon haben was richtig ist als sie. Vertrauen bedeutet also auch, ein Stück Freiheit in der Erfüllung zu schenken und meine eigenen Erwartungshaltungen entweder zu reduzieren oder exakt zu definieren welche Form das Endergebnis gewünscht ist.

Hier ist es zudem dienlich, dass wir nicht ausschließlich auf das Persönliche vertrauen, sondern ebenso der Sache. Vertraue also darauf, dass dein Teammitglied weiß, wofür das Unternehmen steht und sich an der Mission, der Vision oder im besten Falle der Bestimmung des Unternehmens orientiert. Gegebenenfalls schärfe hier nach. Du vertraust dann, dass diese Menschen der Sache dienlich zuarbeiten und emotionalisierst weniger, was weniger Konfliktpotenzial bedeutet. Euer Arbeitsverhältnis wird freier und hat somit einen noch vertrauensvolleren Nährboden.

3. Zutrauen: Wachstum ermöglichen

Dieser letzte Schritt wird so richtig als Dünger für dein persönliches Wachstum, als auch deines Business, dienen. Es bedeutet, dass du dem Menschen dem du nun mehr vertraust, auch zutraust, dass er oder sie erfüllen kann, was getan werden muss. Dies hört sich zwar alles etwas ähnlich an, es liegen jedoch gänzlich unterschiedliche Qualitäten dahinter.

Ich kann jemandem Vertrauen, muss ihm aber deswegen noch lange nicht die vollkommene Erledigung einer Sache zutrauen. Ich kann es zwar hoffen, aber Hoffnung ist noch kein zutrauen. Du gehst hier also noch einen, unserer Meinung nach wesentlichen, Schritt weiter. Innerlich sagst du dann zu dieser Person:

„Ich weiß, dass du das Potenzial in dir trägst, dass zu tun.“

Aus Leadership-Perspektive sprechen wir hier von Empowerment, also Ermächtigung. Somit kreierst du ein wunderbares Feld, in dem nicht nur der Mitarbeiter sich entfalten kann und wachsen darf, im gleichen Atemzug gilt dasselbe für dich. Du wirkst damit augenblicklich weniger als limitierender Faktor auf dein Team, sondern eröffnest Raum für Potenzialentfaltung.

Beispiel: Wie Kinder wachsen

Falls du bereits das Glück hattest Kinder begleiten zu dürfen, hast auch du vielleicht die folgende Erfahrung gemacht. Wenn Kinder in einem Umfeld sind, indem ständig Angst und Kontrolle vorherrschen:
• Lass das!
• Das ist zu gefährlich!
• Da tust du dir weh!
• Das schaffst du nie!
• Da hast du eben kein Talent dafür!
• Du fällst herunter, wenn du da rauf kletterst!
 
Welchen Nährboden für Wachstum hat das Kind? Die Antwort überlassen wir dir. Wenn du etwas zu deinem Kind bezogen auf beispielsweise den letzten Satz sagen möchtest könnte es ja zumindest auch das Folgende sein. Gib acht, wenn du auf den Baum kletterst! Oder aber: Du schaffst das bestimmt!
 
Wir können dieses Beispiel genau so, auf unser Wirken in Unternehmen umlegen. Die Entscheidung liegt bei dir, welches Feld du kreieren möchtest.

Vom blinden ins sehende Vertrauen

Was machen wir nun mit der Kontrolle? Als Führungskraft musst du ja auch Bescheid wissen. Du trägst Verantwortung für viele und darfst das Schiff ja auch wesentlich mit steuern. Es geht also weniger um das „ob“, sondern vielmehr um das was und wie.

Lass uns dies anhand von 2 extremen Beispielen visualisieren. Du kennst bestimmt die Redewendung „jemandem blind vertrauen“. Es bedeutet in seinem Kern, dass du dich auf jemanden absolut verlässt. Bedeutet das aber, dass du überhaupt nichts mehr mit der Sache als Führungskraft zu tun hast? Wir meinen: Nein. Die Verantwortung und ebenfalls die Berichtspflicht an womöglich andere Eigentümer obliegen ja trotzdem dir.

Wir empfehlen daher in das „Sehende Vertrauen“ zu wechseln. Bleib dabei in guter, offener Kommunikation mit deinen Leuten und sei so auf einem Level informiert, der für dich, damit du deine Arbeit gut erledigen kannst, gerade ausreichend ist. Sei da für deine Leute, ermutige sie zu fragen und fördere sie. Statte sie mit dem aus was sie brauchen. Und dabei meinen wir nun weniger die materiellen Arbeitsmittel die auch wichtig sind. Wir sprechen von den inneren Werten, die sie dazu bringen werden Lösungen in sich zu finden.

Damit bleiben alle in der Kraft und wachsen letztlich. Und genau das ist für transformierende Unternehmen letztlich das, was zählt. Sich positiv entwickelnde Menschen!

Vertrauensvoll
Sabina & Hans

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